Offener Brief Bauprojekt Skallgasse


Sehr  geehrter  Herr  Bürgermeister  Mag.  Schmuckenschlager!
Sehr  geehrte  Damen  und  Herren!

Eine  kurze  Zusammenfassung  der  Tatsachen

Die Einreichung eines massives Bauprojekts in einer Schutzzone mit wertvollem historischem Bestand und Einfamilienhausgegend, mit geplanten 20 Wohneinheiten mit einer Tiefgarage mit ursprünglich 27 PKW Abstellplätze, führte zu einer Bauverhandlung am 14.09.2016.

Während dieser zehnstündigen Bauverhandlung wurden viele unserer Fragen zu unseren Nachbarrechten nicht beantwortet. Demzufolge haben wir uns nicht nur mit den eingereichten Plänen intensiv auseinandergesetzt, sondern auch mit den Schutzzonenbestimmungen und dem dazu gesetzlich vorgeschriebenen Ortsbildgutachten des von der Gemeinde beauftragten DI Dr. K.Langer unterstützt durch Arch. Neururer.

Im Zuge eines Verständigungsverfahren am 29.09.2016 betreffend die Verminderung der Stellplätze von 27 auf 20 haben die Nachbarn weitere Einwendungen vorgebracht und gleichzeitig ein Privatgutachten des Ingenieurekonsulenten für Raumplanung und Raumordnung DI H. Liske vorgelegt. Daraus geht klar hervor, dass für das geplante Bauvorhaben den Zielsetzungen der Bebauungsvorschriften der Stadtgemeinde und § 56 der NÖ Bauordnung widersprochen wurde.

  • Durch die Einwendung, dass auf einem Grundstück nur ein Gebäude gekuppelt möglich wäre und nicht wie hier eingereicht zwei Gebäude, wurde die Bauverhandlung am 14.09 2016 rechtswidrig abgehalten.
  • Erst jetzt, sechs Monate später, erfolgte durch die Baubehörde die Verständigung, das dieses Grundstück geteilt wurde und somit pro Baukörper 2 Bauplätze geschaffen wurden. Durch diese Verständigung wurde uns mitgeteilt, dass sich inhaltlich an dem Bauvorhaben nichts geändert habe obwohl es sich jetzt um zwei Einreichungen handelt, und das neue Grundstück, somit auch die neue Einreichung nicht verfahrensmäßig behandelt wurde.
  • Dadurch wurde uns Nachbarn vollkommen willkürlich jede Möglichkeit genommen, zu den geänderten neuerlichen Unterlagen Stellung zu nehmen! Trotz aller Einwendungen wurde der Baubewilligungsbescheid am 18. 04 2017 zugestellt, in welchem sämtliche Einwendungen zurückgewiesen wurden. (Sachbearbeiterin Frau Ing. Berger unterschrieben durch Stadtbaudirektor-Stellvertreter Ing. Neubauer).

Nachdem Sie zusätzlich alle unsere Anfragen zu dem Thema Bebauung in den Schutzzonen negieren, speziell jenes durch die Einreichung des überdimensionalen Bauprojektes in der Skallgasse, haben wir immer noch Erklärungsbedarf. Diese Vorgangsweise spiegelt die ganze Misere der Klosterneuburger Baupolitik, in all unseren noch so lebenswerten Wohngebieten, wieder.

  • Seitdem wir die Bauverhandlung zu dem genannten Projekt am 14. September 2016 hatten, haben wir betroffenen Bürger noch keine Antworten zu dem Thema Bebauung in Schutzzonen und wie diese in Klosterneuburg geprüft und gehandhabt werden erhalten, außer Ihre Nachricht von letzter Woche, dass wir die Möglichkeit haben den Rechtsweg in allen Instanzen zu beschreiten.
  • Trotzdem wir durch ein weiteres Gutachten beweisen konnten, dass dieses Bauprojekt gegen die Bebauungsvorschriften der Stadtgemeinde Klosterneuburg in Schutzzonen geplant wurde und das Gespräch dazu mehrmals mit Ihnen gesucht haben, wurden uns bis heute keine Antworten auf unsere Fragen gegeben. Es ist uns ein Anliegen, ihnen hiermit mitzuteilen, dass wir dieses uns unverständliche Verhalten Ihrer Stadtpolitik nicht so einfach akzeptieren wollen.
  • Wir Bürger haben es zugelassen unsere Häuser als schützenwert erachten zu lassen um unser Stadtbild für die Zukunft bewahren zu können.
  • Wir wurden zu diesen Begutachtungen weder befragt noch gebeten und es wurden auch keine genaue Bestandsaufnahme der einzelnen Gebäude durchgeführt um den momentanen Zustand jedes Einzelnen erfassen zu können.
  • Uns wurden lediglich die Entscheidungen von irgendwelchen Architekten auferlegt und wir wurden damit verpflichtet unseren Altbestand zu erhalten.

Wenn eine Stadtgemeinde sich entscheidet eine Schutzzone einzuführen, viele Bürger dieser Stadt diese Absichten als positive Entscheidung mittragen sollen, dann sollten die Politiker dieser Stadt das Rückgrad besitzen geplante, massive Veränderungen gegen unsere Lebensqualität zu verhindern. Im Gegensatz zu unseren Hoffnungen, wie in dem Fall Skallgasse bewiesen, werden Bauträger dazu motiviert gegen die Bebauungsvorschriften der Stadtgemeinde Klosterneuburg in Schutzzonen und der NÖ Bauordnung zu planen und somit werden durch diese Stadtpolitik den Bauwerbern alle Möglichkeiten geboten unser lebenswertes Umfeld zu zerstören.

 Skallgasse 9-­15 „Elegantes wohnen“ in Bestlage“

  • Der Bauweber, SpörkSampl Wohnbau Gruppe, welches das überdimensionale Projekt in der Skallgasse eingereicht hat, bewirbt seinen geplanten Bau schon seit 14. März 2017 auf seiner Webseite (Stand 16.05.2017: Inzwischen keine Referenz mehr auf http://spoerksampl.at/de/portfolio/ zu finden).
  • Die Nachbarn haben aber erst am 18. April 2017 die Baubewilligung zugestellt bekommen, welche laut Bescheid am 13. April 2017 erlassen wurde
  • Es ist daher offensichtlich, dass dieser Bauträger sehr gute Beziehungen zu der Baubehörde Klosterneuburg haben muss, sonst hätte diese keine Bauverhandlung zu einer rechtswidrigen Einreichung ( Skallgasse 9-­15 am 14.09.2016) abgehalten und weiters unsere Information über das Ortsbild ernst genommen.
    Während dieses Projekt definitiv von unserer Stadtgemeinde bzw. von der Baubehörde beschützt wird und uns als Nachbarn unsere Rechte durch Mitteilungen im vorhinein abgesprochen werden, aber auch mit Worten wie: „dient dem Gemeinwesen oder Gemeinwohl“ oder „Man möchte viel verbieten um selbst Vorteile zu haben“ ruhig stellen möchte, (Zitat Bürgermeister Schmuckenschlager aus dem Kurier ArtikelAnrainer kämpfen gegen Betonklotz in Schutzzonen  vom 29. April 2017) dokumentieren die Bauwerber SpörkSampl selbst das Gegenteil mit der Bewerbung zu diesem „eleganten Wohnungen in Bestlage“.

Auch Aussagen wie: „Klosterneuburg braucht leistbare Wohnungen für Jungfamilien oder Pensionisten“ widerlegen folgende Fakten (beschrieben von der Wohnbaugruppe SpörkSampl auf dessen Homepage unter Blog / Tipps / Anlage: Vorsorgewohnungen):

Eine Investition in eine Vorsorgewohnung ist eine interessante Möglichkeit, auf Dauer fixe Einnahmen zu lukrieren und im Falle einer Veräußerungauch eine Rendite zu erzielen. Zusätzlich können sich positive Effekte auf die individuelle Steuersituation ergeben. Verluste, welche vor allem am Beginn der Vermietungstätigkeit entstehen können, lassen sich mit positiven Einkünften ausgleichen und können so – abhängig von der jeweiligen Gesamtsteuersituation – zu Gutschriften im Bereich der Einkommensteuer führen. Wichtig hierbei ist jedoch, dass dauerhaft ein Gesamtüberschuss gegeben sein muss. Ansonsten spricht das Finanzamt von der sogenannten „Liebhaberei“ und die steuerlichen Vorteile gehen gänzlich verloren.
Auf dem Punkt gebracht: Ein Investment in eine Vorsorgewohnung bietet steuerlich durchaus legalen Gestaltungsspielraum und kann zu entsprechenden Vorteilen führen. Wichtig ist jedoch die Investitionsentscheidung mit einem Steuerberater abzustimmen.

  • Somit ist bestätigt , dass diese freifinanzierten Wohnungen keinesfalls dem Gemeinwesen oder dem Gemeinwohl dienen und schon gar nicht zum Vorteil der Anrainer.
  • Festhalten möchten wir auch die Tatsache, dass wir betroffene Bürger nichts gegen einen Neubau haben, doch verlangen wir die Umsetzung nach den gesetzlichen Bestimmungen und dieser muss dem Umgebungsfeld angepasst sein!
  • Dies ist in der Skallgasse nicht der Fall!

Auch zu lesen auf der Homepage unter Blog / Tipps / regionale Preisentwicklung

Klosterneuburg wird als Ort zum Wohnen immer mehr geschätzt, aufgrund der hohen Lebensqualität, der ausgezeichneten Infrastruktur und dem ausgezeichneten Ansehen als repräsentativen Wohnsitz. Klosterneuburg ist aber gefragt, da es noch ein klein wenig günstiger als der 19. Bezirk ist und durch die direkte Nachbarschaft (19. Bezirk zu Klosterneuburg) ein minimal weiterer Anfahrtsweg in die City in Kauf genommen wird. Generell ist es aber natürlich so, dass Richtung Tulln die Immobilien immer günstiger und daher für junge Familien einfach leistbarer werden. Preisspannen von € 4.000 bis € 6.000 (je nach Lage und Ausstattung) sind möglich. Grundstückspreise können je nach Lage in Klosterneuburg schon mal auf € 900 bis € 1.000 klettern und werden auch bezahlt. Tendenziell wird die Nachfrage nach diesen Wohnungen immer stärker, natürlich auch aufgrund der Leistbarkeit. Nicht nur für Paare und Familien, sondern auch Investoren greifen gerne auf diese Wohnungen zu, da sich diese perfekt vermieten lassen.

  • Mit wunderschönen Fotos werden viele einzigartige und erhaltungswürdigen Kulturgüter und Plätze unserer Stadt dokumentiert.
  • Der Bauwerber untermalt sein profitorientiertes Bauvorhaben mit Fotos und Beschreibungen von unserer lebenswerten Wohngegend Klosterneuburg und zerstört gleichzeitig eines der ältesten Villengegend mit einem historisch wertvollen Besitz.
  • Diese Arroganz ist definitiv nicht zu unserem Vorteil!
  • Warum „diese Frechheit“, (Aussage von Gemeinderat Martin Trat, zu einem gleichwertigen Bauvorhaben in Weidling) in unserer Stadt offensichtlich gefördert wird, verstehen sehr viele betroffene aber auch noch nicht betroffenen Bürger, bestätigt durch zahlreiche Unterschriftenaktionen, in Klosterneuburg nicht.

Weiters möchte ich Sie darüber informieren, dass in der Gemeinde Klosterneuburg mit zweierlei Maßstäben in Bezug auf die Beurteilung einer Einreichung in Schutzzonen gemessen wird.

  • Man möchte meinen die Gesetze unseres Landes gelten für Jedermann.
  • Das Bauprojekt im Ortskern Weidling, welches zufällig zur selben Zeit wie die Skallgasse eingereicht wurde, wird durchgehend in der Öffentlichkeit diskutiert, aber die Skallgasse versucht man tot zu schweigen.

Dazu folgende Tatsachen und Beschreibungen:

Wir haben unsere Interessen an unserem historisch, wertvollen Wohngebiet (ehem. Gartenkolonie von Carl Witzman erbaut) durch eine genaue Beschreibung bei einer Gemeinderatssitzung im Speakers Corner kundgetan und dadurch versucht Ihnen diesen wertvollen Bestand dieser Stadt näher zu bringen. Daraufhin erfolgte keinerlei Reaktion der Gemeinde!

  • Wenn aber ein Gemeinderat Sturm läuft und exakt das gleiche Problem veröffentlicht, wird ein absolut gleichwertiges, überdimensionales Bauprojekt plötzlich diskutiert und Erklärungen dazu abgegeben

Artikel in der NÖN:

Auch die ÖVP Weidling läuft gegen dieses Projekt Sturm. „Es ist ein Wahnsinn, so etwas im historischen Ortskern von Weidling zu bauen“, ist VP-­Gemeinderat Martin Trat außer sich. Die Bevölkerung fühle sich mit Füßen getreten ob solcher Bauprojekte.
Und Trat wird noch deutlicher: „Es ist eine Frechheit, so etwas in den Ortskern bauen zu wollen.“ 
Martin Trat, VP-­Gemeinderat

Dazu der Vergleich:

  • Projekt Weidling/ Schutzzone / nur 14 Wohneinheiten plus Tiefgarage
  • Projekt Skallgasse/ Schutzzone in Einfamilienhausgegend / 20 Wohneinheiten plus Tiefgarage

 

Zitat in NÖN Artikel zu lesen:

Schutzzonen-­Sitzung wurde einberufen Die Frage nach der Wirkung der neu installierten Schutzzonen in Klosterneuburg ist durch diesen neuen Fall aktueller denn je. Das weiß auch Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager, der sofort eine Sondersitzung des Gemeinderats für den 21. Oktober 2016 einberufen hat.

  • Diese Sondersitzung wurde nur einige Tage nach unserer Vorlage des Gegengutachten an BM Schmuckenschlager zur Skallgasse einberufen.
  • Die Bewohner der Skallgasse, haben innerhalb nur 2 Wochen ca. 280 Unterschriften gegen diesen Bau dazu unsere Einwände der Baubehörde und zusätzlich das schon beschriebene Gegengutachten eines anerkannten Architekten und Raumplaners vorgelegt.
  • Keine einziges konstruktives Gespräch wurde seit diesem Zeitpunkt mit uns Anrainern gesucht.
  • Martin Trat bestätigt unsere Aussage mit seiner auch hiermit : „Das ist wieder einmal ein Beispiel des Bauens ohne Gefühl. Es geht nicht mehr darum, Wohnungen in eine Landschaft hineinzubauen, zu integrieren, sondern so viel Fläche wie nur möglich für den lukrativen Wohnbau auszunützen.“

Zitat in NÖN Artikel zu lesen:

„Alles sei mit dem Ortsbildgremium der Schutzzonen abgesprochen worden. Darauf legte besonders das Denkmalamt wert. Es sei mit dem Ortsbildgremium so lange verhandelt worden, bis es ein OK gegeben hätte.“

  • Der Gutachter Arch. Neururer hat das Projekt in Weidling, nach der Vorlage unseres Gegengutachten Skallgasse, nicht genehmigt. Es ist daher offensichtlich, dass er sich unser Gegengutachten genau angeschaut hat.
  • Da die Ausgangssituationen der beiden Bauprojekten vergleichbar sind, ist es verwunderlich das von der Ortsbildkommission und von der Baubehörde mit zweierlei Maß gemessen wird!

weiteres in NÖN Artikel zu lesen:

„Bürgermeister Schmuckenschlager hat im Gemeinderat gesagt, dass er sich nicht vorstellen kann, dass dieses Projekt ein Bauprojekt werden kann. So eine Aussage gehört unterstützt, und so haben wir beschlossen, eine Unterschriftenaktion zu machen“, so Helmuth Ofenmüller, der Schmuckenschlager in der Folge die Unterschriftenliste mit 400 Unterschriften übergab. Dieses Projekt wurde knapp vor der zweijährigen Bausperre eingereicht. Nicht aber die als Zufahrt notwendige Brücke über den Weidlingbach, so die Bürger. „Woher wollen Sie wissen, was da eingereicht wurde“, antwortet Baudirektor-­Stellvertreter Peter Neubauer harsch. Es handle sich hier um ein laufendes Verfahren, da gebe es nur beschränkte Information nach außen. Die nicht eingereichte Brücke, als Bestandteil des gesamten Projekts, würden die Gegner aber als Chance für eine gesamte Neueinreichung sehen, sie unterliege damit dem Baustopp. „Eine Chance, zurück zum Start zu gehen“, kam es aus dem Publikum.

  • Die Skallgasse hatte jetzt an die 400 Unterschriften gegen dieses Bauprojekt!
  • Das Projekt Skallgasse kann sich Mag. Schmuckenschlager vorstellen?
  • Die Skallgasse wurde vor der Bausperre rechtswidrig eingereicht und es wird alles dazu getan um diese Einreichung durchzusetzen?
  • Bei der Skallgasse wurde nach der Bausperre eine neues Grundstück festgelegt und dazu ein neues Projekt eingereicht aber von der Baubehörde nicht behandelt!

Mit allen Mitteln wird durch die Baubehörde versucht dieses Bauprojekt in der Skallgasse der SpörkSampl Wohnbau Gruppe durchzusetzen obwohl Sie, Herr Bürgermeister zu der damals, im Oktober 2016 gesondert einberufenen Gemeinderatssitzung folgendes gesagt haben:

„Wir wollen das äußere Erscheinungsbild von bauhistorisch wertvollen Einzelobjekten sowie Siedlungsstrukturen erhalten und ortsbildprägenden Gebäudestrukturen, Ensembles sowie charakteristische Straßenräume auch für die nächsten Generationen schützen. Hierfür darf uns kein Aufwand zu hoch sein!“

Die Anrainer und betroffenen Bürger dieser Stadt bitten um Kenntisnahme und erwarten eine Stellungnahme.

 

Mit freundlichen Grüßen

Elisabeth Spitz
im Namen der Betroffenen


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